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Viktor

Das Telefon klingelt.

Er nimmt ab – und in dem Moment bricht seine Welt auseinander.

„Ich will nicht mehr. Und ich kann nicht mehr.“

Mehr sagt sie nicht. Muss sie auch nicht.

Es ist vorbei.

Mitten in der anstrengendsten, aber auch schönsten Phase des Lebens: Zwei kleine Kinder, ein altes Haus voller Pläne, ein Job, der endlich richtig Fahrt aufnimmt.

Und dann: Stillstand.

Trennung. Scheidung.

Die Familie zerreißt – und Viktor bleibt zurück.

Die Einsamkeit kommt nicht mit lautem Schritt. Sie kriecht. Langsam, aber sicher.

Minderwertigkeitsgefühle setzen sich fest, bohren sich in jede Lücke, in jeden Zweifel.

Die Scham nagt – an seiner Vorstellung von Männlichkeit, Verantwortung, Glaube.

Wie konnte das alles passieren?

Warum hat er es nicht geschafft?

Heute spricht Viktor von einem neuen Glück.

Einem Glück, das nicht laut ist und auch nicht sofort kam.

Aber es wächst. Täglich.

Weil er sich entschieden hat, nicht aufzugeben.
Weil er gelernt hat, dass das Leben weitergeht – auch ohne Antworten auf alle Fragen.

Und dass Gnade nicht erst beginnt, wenn alles heil ist – sondern oft genau dann, wenn alles kaputt scheint.


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