Sabine
Sabine ist sechs, als ein paar Spielkameraden auf der Straße ihr ins Gesicht brüllen: „Deine Eltern sind gar nicht deine richtigen Eltern!“ Sie rennt nach Hause, weint hemmungslos – aber die Wahrheit steht im Raum und lässt sich nicht mehr wegschieben.
In ihr bricht etwas. Das Vertrauen, das bisherige Glück, die kindliche Sicherheit – alles zerfällt. Aus dem ruhigen Mädchen wird ein Teenager, der nur noch eines sucht: Liebe. Um jeden Preis.
Sie lässt Dinge mit sich geschehen, die kein Kind erleben sollte. Mit 13 trinkt sie morgens Schnaps, noch vor dem Unterricht. Zieht andere mit hinein, fliegt von der Schule.
Die Beziehungen? Kurz, zerstörerisch. Schließlich verliebt sie sich in einen Mann im Gefängnis. Sie heiratet ihn – und er schlägt sie. Tritt ihr in den Bauch, dort, wo ihr gemeinsames Kind heranwächst.
Irgendwann hält sie eine Bibel in der Hand. Beginnt zu lesen. Und begegnet Jesus. Es ist der Anfang eines neuen Lebens. Für eine Weile wird alles ruhig – Rock, Dutt, klare Regeln.
Doch nach fünfzehn Jahren kommt der Einbruch. Männer, Pornografie, Alkohol. Noch einmal stürzt sie ab.
Und trotzdem: Jesus bleibt. Er trägt. Er lässt nicht los. Dass Sabine heute von Rettung spricht, ist kein frommer Satz – es ist ein Wunder. Und es ist wahr.