Nelli
Sie wächst im Glauben auf. Schon im Kinderwagen wird sie in die Gemeinde geschoben. Dann: Kinderstunde, Jungschar, Jugendgruppe, Chor – alles, was dazugehört.
Auch der „offizielle Teil“ fehlt nicht: ein Aufruf, ein Gebet, die Hand heben, die Taufe. Das volle Programm.
Doch irgendetwas bleibt innerlich hohl. Erste Zweifel melden sich, werden verdrängt, zugedeckt, theologisch sauber eingeordnet.
Dann kommt die Erschütterung: Ihr Neugeborenes hat keine Überlebenschance. Und plötzlich passen die alten Antworten nicht mehr.
Sie beginnt zu suchen – nicht nach Religion, sondern nach Gott. Nach dem, der trägt, wenn alles zusammenbricht.
Die Suche führt sie weit. Sogar bis nach Indien. Und irgendwann auch zurück. Zurück zu einem Glauben, der anders ist. Echter. Tiefer. Und frei von Show.