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Markus

Mit fünf kommt er in die Kita, kurz darauf ins Heim. Die ersten Nächte verkriecht er sich unter der Bettdecke und weint leise. Dann kommen die Schläge. Von den Älteren. Das Einschüchtern, das Mobbing, das Bloßstellen vor allen anderen. Als Teenager greift er zum Alkohol – und beginnt zurückzuschlagen.

Er wird von einem Heim ins nächste geschickt, wie ein menschliches Frachtpaket. Später Kokain. Dann Heroin. Dann Knast. Raus, rein, raus, rein. Straße, Zelle, Straße, Zelle. Niemand glaubt mehr an ihn. Nicht resozialisierbar, heißt es in den Akten.

Doch da ist diese eine Sozialpädagogin, die nicht locker lässt. Sie sagt: „Ich glaube, nur Jesus kann dir helfen.“ Markus weiß nicht einmal, wer das ist. Aber irgendwann betet er. Zum ersten Mal in seinem Leben. Und fällt um. Im Knast. Einfach so.

Und irgendetwas beginnt. Nicht sichtbar, nicht erklärbar. Aber echt.


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