Malika
An ihrem 18. Geburtstag stellt ihr Vater sie vor eine Entscheidung, die sich wie ein Rauswurf anfühlt: Entweder bleiben, schweigen, sich fügen – oder sofort verschwinden. Sie denkt nicht lange nach, wirft ein paar Sachen in ihren Rucksack und schlägt die Haustür zu. Ohne sich noch einmal umzudrehen.
Am Bahnhof schenken ihr zwei Obdachlose eine alte Zeitung – nicht zum Lesen, sondern zum Zudecken. Die Nacht ist kalt, die Welt plötzlich fremd.
Sie lernt schnell, was es heißt, keinen sicheren Ort zu haben. Sie begegnet Geistern – nicht den schaurigen aus Filmen, sondern jenen Kräften, die angeblich helfen, wenn man sie für sich arbeiten lässt. Sie lernt, wie man mit ihnen umgeht, was sie fordern, was sie versprechen. Und was sie kosten.
Dann tritt jemand in ihr Leben, der nicht von der Straße kommt, sondern aus einem Plattenladen. Er spricht über Musik, aber meint mehr. Zeigt ihr Töne, Texte – und einen schmalen Pfad raus aus dem, was längst zu viel geworden ist.
Der Anfang ist heftig. Aber sie spürt, dass sie nicht länger fremdbestimmt leben will. Nicht kontrolliert, nicht unterdrückt – und schon gar nicht in den Tod getrieben. Sie ist auf der Suche nach Leben. Nach Liebe. Nach Freiheit. Und sie hat gerade erst begonnen, sie zu finden.