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Maik

Im katholischen Internat scheint für ihn die Welt noch in Ordnung. Geregelte Tage, klare Regeln. Eine Weile funktioniert das. Dann bricht etwas auf – in ihm und um ihn herum.

Es folgen Drogen, Alkohol, Gewalt. Er fliegt von der Schule, rutscht ab, wird erst zum Schläger, dann zum Rocker. Bei den Bandidos macht er sich einen Namen – mit den Fäusten, mit der Machete. „Machete-Maik“ nennen sie ihn. Der Ruf eilt ihm voraus, getragen von Angst, Respekt – und einer dunklen Leere.

Und dann steht da plötzlich diese Frau. Alt, unscheinbar, mitten in der Fußgängerzone. Sie hebt ein Schild: „Jesus rettet!“Keine Angst im Blick, kein Zögern. Nur ein kleines Johannes-Evangelium, das sie ihm in die Hand drückt.

Ein Moment, kaum der Rede wert – könnte man meinen. Doch dieser Moment lässt ihn nicht mehr los.


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